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DVD Rezensionen

 

Phils DVD/bluray komprimiert 33/2017

 

 

 

Mit etwas Vorsicht sind einige Liebhaber der Franchise an die angekündigte Anthologie Star Wars: Rogue One heran gegangen und nicht wenige kamen begeistert aus dem Kino. Spannend, gut geschrieben und mit sicherer Hand in die Geschehnisse von A New Hope übergeleitet, toll gemacht. Auch wenn scheinbar beim Dreh und danach nicht alles glatt lief und so manche Szene frisch aufbereitet werden musste, spürsam ist das bei Rogue One – zum Glück – nicht. Zudem sind neue Charaktere bereits sogenannte fan favorites, die Deathtrooper, die Shoretrooper und die mannigfaltig kreierten Nichthumanoiden, dankenswerterweise aus dem Make-Up Department und nicht von hinten bis vorne ge-cgi-ed. Schöne, neue Star Wars Welt!
Gerüchte rankten sich um die Musik: Zuerst sollte hier Alexandre Desplat ran, was bei den einen etwas beängstigendes Staunen, andererseits Vorfreude auslöste. Scheinbar kam Desplat aber, wegen der längeren Drehdauer in arge Terminnöte und so durfte Michael Giacchino ran (weiteres Gemunkel besagte, Desplat hätte einen Teil der Musik bereits eingespielt). Wie auch immer: Kann man sich einen geeigneteren Komponisten neben John Williams vorstellen, der das Star Wars Universum betreut? Kaum. Giacchino enttäuschte denn auch nicht. Anders als die CD, die leider einen bedeutenden Teil des Scores, die End Credits, weg liess. Disney Records, schämt euch.
Die bluray ist in diversen Ausführungen erhältlich: als toll gemachtes, limitiertes Steel Book, als Doppel-bluray (mit dem gleichen Inhalt) und als Single Disc. Süsse Verkürzung der Wartezeit auf Nr. 8 der Originalreihe.

1/2
Erscheinungsdatum: 20.4.2017

 

 

 

Was passiert wenn ein Weltstar des Rock'n'Roll auf den nicht sonderlich beliebten US-Präsidenten Nixon trifft? Die Antwort an sich ist allerdings weniger interessant, gibt es doch Dutzende solcher Treffen in der Amtszeit eines Machthabers, als vielmehr der Grund weshalb Elvis sich das antun wollte. Nun, ganz Patriot wollte der Tollenträger mit einem Geheimagtenausweis ausgestattet werden um Hippies und deren Drogenkutlur sowie die Anti-Vietnam-Bewegung auszuspionieren. So jedenfalls erzählt es Liza Johnson in ihrem Film, in dem Kevin Spacey den Nixon und Michael Shannon (bekannt aus Man of Steel und Boardwalk Empire) den Elvis geben. Elvis & Nixon ist ein gelungenes Schau- und Kammerspiel, das so manch Schmunzler bereit hält, fein gespielt und ohne grosse Umstände ausgeführt wurde.
1/2
Erscheinungsdatum: 12.4.2017

 

 

 

Ewan McGregors traute sich mit seinem Erstlingswerk als Regisseur, American Pastoral, basierend auf Philip Roths Pulitzer Prize trächtigem und erfolgreichem Roman einiges zu. Die stotternde Tochter einer Beautyqueen und eines erfolgreichen Handschuhherstellers lehnt sich mehr und mehr gegen ihre Eltern auf, bis sie eines Tages verschwindet. Das stürzt die Levovs in einen tiefen Abgrund. „Swede“ Levov setzt alles daran seine Tochter wiederzufinden, während diese von der Polizei als Hauptverdächtige eines Bombenattentats gesucht wird.
Die Geschichte in American Pastoral ist äusserst komplex, doch schafft es McGregor nie so ganz die enstandenen, losen Enden zusammenknüpfen zu können. Der Film fühlt sich fremd und teilweise unnahbar an, anstatt wirklich zu packen. Dazu kommt, dass Dakota Fanning (der einstige Kinderstar, den ich eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe, was auch daran liegt, dass Twilight völlig an mir vorbei gegangen ist) in ihrer Rolle alles andere als ideal besetzt ist. Ein wenig passt sich auch Desplats Musik dem Gesamtbild an, der 2016 gleich zehn Projekte betreute und vielleicht deshalb nichts Herausstechendes hören liess, ausgenommen L'Odyssée.

Erscheinungsdatum: 22.3.2017

 

 

 

Nun, ich muss gestehen, Morgan (zu deutsch: Das Morgan Projekt) bestellte ich lediglich auf Grund einer gleich doppelten Verwechslung. So glaubte ich zunächst, dies sei Ridley Scotts neues Regieprojekt; ausserdem spiele Rooney Mara (Carol) hier mit. Mit beidem lag ich falsch. Anstatt Rooney ist es Kate Mara (The Martian) und statt Ridley führte dessen Sohn Luke Regie – also fast richtig. Immerhin spielen der geschätzte Paul Giamatti und Toby Jones mit in diesem Science Fiction Thriller über ein Genexperiment, das komplett schief läuft und sich das Experiment in persona aufmacht 10 kleine Indianer zu spielen. Wirklich neu oder originell ist der Stoff kaum, so übel wie vielerorts beschrieben, ist der Film aber auch nicht, obschon ich die ein oder andere Negativstimme durchaus nachvollziehen kann; nicht immer ist der Stoff glaubhaft und ja, wir haben das alles schon einige Male besser ausgeführt gesehen. Morgan, von Ridley Scott mitproduziert, floppte auf der ganzen Linie. Musikalisch durfte hier der Deutsche Max Richter (Escobar: Lost Paradise) ran.
Seien wir also gespannt auf Ridley Scotts kommenden Alien Film!


Erscheinungsdatum: 13.4.2017

 

 

 

Kategorie: Misslungenstes Sequel 2016! Now You See Me war 2013 ein überraschend kurzweiliger Heist- und Magiefilm, durchgehend gut besetzt. Die Fortsetzung wartet mit gleicher Besetzung auf: Von Jesse Eisenberg über Mark Ruffalo, Oberzauberer Daniel Radcliffe und die beiden Oldies Morgen Freeman sowie Michael Caine. Alle dürfen sie in Now You See Me 2 wieder ran. Das wär's dann schon gewesen. Über den Rest legen wir den Mantel des Schweigens: Langatmig, zu gewollt, unattraktiv gehen die allzu langen 129 Minuten kaum vorüber. Um das Schicksal der Charaktere schert man sich eigentlich nicht. Ach ja, durchaus erfrischend war vor 4 Jahren Brian Tylers Score. Auch der durfte hier wieder ran und um mich nicht zu wiederholen: Mantel.
1/2
Erscheinungsdatum: 21.12.2016

 

 

 

American Honey ist ein Indiefilm über eine Drückerkolonne, soll heissen eine Gruppe Jugendlicher, die von Tür zu Tür gehen und „guten“ US-Bürgern in den Zeiten von ipad und ebook ungewollte Zeitschriftenabos andrehen. Star ist neu dabei und soll von Jake das Handwerk lernen. Dieser ist verbandelt mit der Chefin der Truppe und möchte ausserdem bisschen was für sich abzweigen. Shia LaBeouf in diesem kleinen Film zu sehen ist wohltuend und zeigt, dass er so schlecht, wie man ihn aus den Transformer Dingern in Erinnerung hat, nicht ist. Musik und Bilder beschreiben rastlos eine Art amerikanischen Traum, den Star, die ihre Kinder und den hoffnungslosen Fall „Ehemann“ hinter sich lässt, gerne leben möchte. Empfehlenswerter kleiner Film mit vielen Songs, passend zu Stoff und Form von American Honey.

Erscheinungsdatum: 23.2.2017

 

 

 

Ein mit Spannung erwarteter Science Fiction mit Jeremy Renner und der derzeit omnipräsenten Amy Adams über die mysteriöse Ankunft mehrerer Raumschiffe, verteilt über die Erde (klingt bekannt, oder?). Renner und Adams obliegt die Aufgabe, gesteuert und kontrolliert vom US-Militär mit den Aliens in Kontakt zu treten.
Arrival hätte faszinierend wie Abyss und philosophisch wie Interstellar werden können, leider vertüdeln die Macher die zweite Hälfte, und das völlig übereilte Finale, in dem zu viele Klischees bedient werden, tut dem Film nicht wirklich gut. Als Zuschauer fragt man sich wieso „man“ die Ausserirdischen unbedingt hat zeigen müssen (wahrscheinlich galt auch hier wieder der Grundsatz: Hey, das Ding kostet Abermillionen, also zeigen wir auch die E.T.s), anstatt sie im Nebel schön verschwindend, kaum erahnend, bedeckt zu halten. Welch Genie der Amy Adamy Charakter sein muss um in dieser kurzen Zeit, so kommt es einem jedenfalls vor, eine komplett andere Sprache übersetzen zu können. Women of Steel eben? Irgendwie fehlen Arrival 20 Minuten. Ausserdem tut einem Renner leid, der ganz klar die zweite, ja dritte Geige spielen muss.
Arrival hat seine überzeugenden Facetten: Das überragende Sounddesign, der brillante Score von Johann Johannsson, die gelungene Atmosphäre der ersten Filmhälfte. Was übrig bleibt ist weder Fisch noch Vogel, kein misslungener, aber auch kein grossartiger Film von Dennis Villeneuve (Prisoner, Sicario) eben.

Erscheinungsdatum: 27.3.2017

 

 
phb
, 21.4.2017