Rustichelli, Lavagnino & Co. bei Digitmovies Print


Bei Digitmovies ab 28.1. erhältlich: Von Carlo Rustichelli die lange Fassung von Un minuto per pregare, un instante per morire und von Angelo Francesco Lavagnino Totò d'Arabia und zwei weitere CDs.


Un minuto per pregare, un instante per morire: 50 Minuten der komplette Film-Score in Mono und dann die 7 alten Album-Tracks mit knapp 25 Minuten in Stereo.
Hat jemand die alte, schon lange nicht mehr erhältliche RCA-CD von 1998 mit den Album Tracks bereits? Wenn ja, dann würde ich sagen: Es reicht aus. Erstens ist der Klang der Mono-Tracks nicht gerade berauschend im Gegensatz zu den Stereo-Stücken und zweitens kommt musikalisch leider nichts Wesentliches hinzu. Da hatte ich mir auch mehr versprochen, aber nachdem im Film selbst nicht mal die kompletten Album-Stücke aufgetaucht sind, war mit allem zu rechnen.
Die zusätzlichen Tracks bringen hauptsächlich nur atmosphärische Spannungs- und Saloonmusik - und ganz kurios, da auf der CD auch nicht angegeben: In Track 17 eine Kurz-Fassung vom dritten Satz aus Mahlers 1. Sinfonie. Einmalig innerhalb eines Italo-Westerns. Mahler mal von Bruno Nicolai dirigiert - das hat doch was. Das Album selbst ist natürlich sehr empfehlenswert, und da meine alte LP nur in Mono war, auf jeden Fall auch für mich eine schöne Sache. Wer einen typischen Italo-Western-Score erwartet, wird hier höchst überrascht sein. Aber Kenner der alten Hest/Rustichelli-CD werden das ja eh längst wissen.
 
Totò d'Arabia ist eine Parodie von Lawrence of Arabia von 1964, was auch im schmissigen Hauptthema des Scores sofort zu erkennen ist. Ich kenne ihn nur teilweise bisher und bin selbst gespannt auf die komplette CD. Jedenfalls eine sehr nette, abwechslungsreiche Musik. Soviel ist sicher.

Ausserdem Il vero e il falso der zu den gelungensten Soundtracks von Gaslini und hat einen starken französischen Touch in den romantischen Themen, der an Sardes aus derselben Zeit der frühen 70er erinnert. Wenn man die 2-3 experimentellen Stücke abzieht, ist der Score überwiegend elegisch angelegt. Hörenswert würde ich sagen.

Den vierten Score, Napoli si ribella von Franco Campanino, braucht man wohl nicht unbedingt vorzustellen. Die übliche 70er-Polizia-Musik eben wie bei Micalizzi oder Cipriani im selben Genre.

Mehr Infos unter www.digitmovies.com

sts, 20.1.2010