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CD-Kritiken - DVD-Reviews - Score of the Year - Golden Age

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DVD Rezensionen

PROMETHEUS

R: Ridley Scott

D: Michael Fassbender, Noomi Rapace, Charlize Theron u.a.

Musik: Mark Streitenfeld, Harry Gregson-Williams

Verleih: Fox (DVD)

 

Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Forscher entdecken in Schottland uralte Wandgemälde mit einer mysteriösen Zeichenanordnung, die andernorts auf der Erde ebenfalls gefunden wurden. Dieses wird als Sternenbild entziffert, weit, weit entfernt. Die finanzstarke Weyland Corporation finanziert daraufhin einen Flug in diese ferne Galaxie, mit an Bord ein hochkarätiges Forscherteam aber auch eigennützige Individuen.

Nach Aussagen Ridley Scotts gilt
Prometheus nicht als Pre-Alien Streifen. Dennoch ist dem Film von A-Z natürlich sein Ursprung und die Grundidee anzumerken. Das geht von der Weyland Corporation über die Space Jockey Figuren bzw. den Engineers, das Design des Raumschiffs bis hin zu Facehuggern (in ihrer „natürlichen“ Form?). Doch wer erwartet hat, dass Scott nun alle Fragen rund um den legendären Space Jockey aus Film 1 lüftet, der wird mit noch mehr offenen Fragen konfrontiert. Dazu aber später noch.

Zunächst mal die positiven Seiten des Films: Umgesetzt ist er, wie von Scott nicht anders zu erwarten, sicher gut. Nach eigenen Aussagen wurden die CGI-Effekte auf ein Minimum reduziert, dennoch sind freilich viele Shots computergeneriert, hauptsächlich Aussenaufnahmen des Schiffes (wobei jene, in der dieses durch die Wolken sticht, fantastisch gemacht!). Wie dem auch sei, das
Alien-Feeling kommt optisch, so man ein solches erwartet hat, nur halbwegs auf. Im Schiff sind Designs und Ähnlichkeiten sicher erkennbar, zumeist aber dezent gesetzt und vielleicht auch erst auf den zweiten Blick.

Die Storyidee ist durchaus eine gute, aber das ein oder andere Hinkebein hat das Drehbuch abbekommen. Das liegt vor allem in der Charakterzeichnung von übertrieben dargestellten Personen wie dem Geologen und dem Botaniker (meine Güte, zwei völlig unnötige Charaktere, wie geklont wie aus einem Michael Bay Film), aber auch der Twist gegen Ende des Films scheint mir nicht sonderlich überzeugend - hier sei aber nicht zuviel verraten. Nett sind einige kleinere Injokes, die dem
Alien-Fan sicherlich auffallen werden.

Einige der vielen Fragen (und einige tiefe Löcher in der nicht nur humanmedizinischen Logik), die
Prometheus aufwirft und vielleicht auch gar nicht beantworten will: Wieso die unterschiedlichen Formen der Facehugger? Was ist mit dem Geologen passiert und wieso taucht er in dieser Form wieder auf? Was hat der Götzenkopf bei den Engineers für eine „Funktion“, gibt es doch eine Religion, einen Gott, bei den „Überwesen“? Was, eine der brennendsten Fragen der Fans, ist denn mit dem Space Jockey in Alien passiert, wenn doch am Schluss von Prometheus…? Und so weiter und so fort. Es gäbe noch so einiges, aber irgendwie ist Prometheus ja nicht 2001 – auch wenn die nicht sonderlich geglückte Maske von Guy Pearce vielleicht an Stanley Kubricks Film erinnert...! So bleibt die wichtigste Frage: Gibt es einen, na sagen wir mal 25 Minuten längeren Director’s Cut um wenigstens ein paar der Löcher zu stopfen?

Ich bin zugegebenermassen überzeugter Alien-Fan (als solcher kann ich eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen) und habe mit Spannung auf diese „Vorgeschichte“ gewartet, insbesondere weil sich R. Scott des Themas 30 Jahre nach seinem genialen Original nochmals annahm. Natürlich kann und sollte man keinen Meilenstein à la
Alien (1979) erwarten, aber eben, vielleicht doch ein bisschen mehr als Prometheus zu bieten hat. An die Thriller- und Spannungsmomente und die genialen Designstudien des Originals kommt dieses Prequel jedenfalls nicht heran. Leider um Lichtjahre nicht. Und nun genug der Vergleiche, R. Scott meinte ja, Prometheus spiele in einem eigenen Universum.

Planetenmusik
An sich ist die CD, die sich Streitenfeld stellenweise mit Gregson-Williams und auch ein bisschen Jerry Goldsmith teilen muss, wirklich ein ganz gelungenes, gut anhörbares Werk, doch im Film, und das ist eigentlich erstaunlich, bleibt von der Musik wenig zurück. Das Planetenthema von Gregson-Williams, ja, das ist prominent platziert am Anfang des Films. Aber sonst? Liegt das vielleicht an der etwas erschlagenden Bilderflut? Oder doch wieder an einem bemerkbaren Anheben des Toneffektekanals? Klar, Prometheus kann nicht wie
Alien von der Stille im All (where no one can hear you scream…) und dem zumeist (ich sage zumeist, weil sich Scott ja hinreissen liess, nicht nur auf Goldsmiths Alien-Komposition zu vertrauen) klugen und nicht überbordenden Einsatz der Musik profitieren. Vielleicht aber auch war es wieder zu viel Score in Prometheus?

 
Bewertungen

Film:

1/2
Musik im Film
1/2
Extras:
Technisch: 
 Bild:
 Ton:1/2 

 
phb
, 7.11.2012

 


 
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