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CD-Kritiken - DVD-Reviews - Score of the Year - Golden Age

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DVD Reviews kurz und bündig:
 

KING KONG COLLECTION
(King Kong, Son of Kong, Migthy Joe Young)

3 DVD-Set
Musik: Max Steiner, Roy Webb
Vertrieb: Arthaus/Impuls

In der geschätzten Arthaus-Reihe ist dieses „affige“ Set mit 3 Filmen erschienen. Angeführt wird es vom Original schlechthin, dem 1933er King Kong. Ein einfach spassiges Vergnügen, das damals beim Publikum ähnliche Begeisterung ausgelöst haben muss, wie es heute ein CGI-gestopfter Blockbuster bisweilen tut. Sobald Kong zum ersten Mal erscheint voll mit Action, für damalige Zeiten fast grafischer Gewalt (Kong kaut genüsslich schreiende Mitglieder der Schiffsbesatzung, zertritt einen armen Einheimischen wie einen Käfer etc.).
Steiners Musik ist der Genreklassiker und ein Wegbereiter schlechthin, dem Dutzende Analysen und eine für Steiner- und Kong-Fans empfohlene, zünftige Einspielung unter William Stromberg mit den Moskauern gewidmet wurden. Nebst dem Filmmusik historischen Wert der Musik an sich beeindruckt aber auch wie Steiner sich nach dem Titelspann zunächst völlig zurückhält und erst nach 19 Minuten wieder einsetzt.

Hurtig wurde mit The Son of Kong sogleich ein Nachfolger geliefert, dieses Mal stand Ernest B. Schoedesack auch offiziell hinter der Kamera. Interessanterweise gab es vom Studio weniger Geld um an den Erfolg des Originals „anzuknüpfen“. Man dachte sich eben, dass die Popularität von King Kong das Sequel locker verkaufen würde. Nun ja, dem Film ist das nicht unbedingt so arg anzusehen, ausser ausgerechnet bei seinem Hauptdarsteller, dem weisshaarigen Son of Kong, dessen Animation hin und wieder ins nicht immer gewollt Komödiantische kippt.
Steiner war auch beim Sequel mit an Bord, sah sich aber einem noch knapperen Budget ausgesetzt als es beim Vorgänger schon der Fall war. Gerade mal 28 Musiker standen ihm für Son of Kong zur Verfügung. Gegenüber der tour de force aus King Kong hat Steiner hier sogar Zeit für etwas lyrische Momente. Die Musik wurde von Stromberg/Morgan in Moskau neu eingespielt und auf Marco Polo und später auf Naxos veröffentlicht.

Der dritte Film im Bunde ist Mighty Joe Young, satte 16 Jahre nach den beiden anderen Kongs entstanden. Hier hat Ray Harryhausen seine Stop Motion Technik angewendet und das Ergebnis ist wirklich toll ausgefallen. Der Film selber ist natürlich nicht viel anderes als ein etwas verklärtes Aufmischen des Urstoffes mit nicht unbedingt begabten Darstellern, kruden Dialogen und einer nicht sonderlich ausgefeilten Story (Cowboys in Afrika, ein Überbleibsel einer nicht fertig gedrehten Valley of Gwangi Version).
Roy Webb (der den Job erhielt nachdem Max Steiner den Film nicht vertonen konnte, da er damals bei Warner unter Vertrag war) schrieb eine abenteuerliche Musik im Afrikasetting, hier kann man durchaus einen Hauch Steiner verspüren, hält Fanfaren und Pseudoafrikanisches für die „Golden Safari“ Show bereit und interpoliert das Stück „Beautiful Dreamer“ von Stephen Foster, mit dem die junge Jill ihren haarigen Freund zu besänftigen weiss, ausserordentlich gut in seine Komposition. Webbs Score ist auf CD bei Monstrous Movie Music erschienen.

Die Bildqualität der Filme ist sehr unterschiedlich, vor allem die beiden 33er Filme haben gelitten und sehen „verbraucht“ bzw. wenig nachbearbeitet aus, wobei das dem Ganzen natürlich auch einen gewissen Charme gibt. Auch ist das Bild bei diesen nicht anamorph kodiert (geeignete Beamer/Fernsehen können eingestellt werden um keine „aufgeblasenen Köpfe“ zu erhalten). Mighty Joe Young sieht hingegen sehr gut aus, hier hat der Zahn der Zeit weitaus weniger genagt als an den älteren Vorgängern.
Die Tonspur ist im Original und in Deutsch als Monoabmischung vorhanden. Leider sind keine Extras in Form von Dokus etc. vorhanden, was wirklich sehr schade ist.

Gesamtpräsentation der Box:
King Kong:
Son of Kong: 1/2
Mighty Joe Young:

 
 
NAPOLEON
R: Yves Simoneau
D: Christian Clavier, Isabella Rossellini, Heino Ferch, John Malkovich u.a.
Musik: Michel Cusson, Richard Grégoire
Vertrieb: Kinowelt/Impuls

Mit ca. 45 Millionen Dollar war die vierteilige Verfilmung aus dem Jahr 2002, Napoleon, nach dem Roman von Max Gallo, eine der teuersten TV-Produktionen aller Zeiten. Und es ist auch eine der besten Fernsehproduktionen der letzten Jahre. Yves Simoneaus monumentale Erzählung von Aufstieg und Fall des korsischen Feldherrn profitiert von fantastischer Kameraarbeit, einem wahren Heer an Statisten in Kostümen, die Preussen, Österreicher, Russen und Engländer zeigend, aber vor allem von einer schlicht umwerfend charismatischen Darstellung Christian Claviers als Napoleon. Als Gluschtigmacher sind in kleineren Rollen ausserdem Stars wie Gérard Depardieu (der hier auch als Produzent fungierte) und John Malkovich als doppelzüngiger Talleyran zu sehen.
370 Minuten wirklich faszinierend umgesetzte, beste Fernsehunterhaltung mit einem gesunden Mass Geschichtslektion sind garantiert.

Für die Musik waren Michel Cusson und Richard Grégoire besorgt. Das Titelstück erinnert in seiner elegisch getragenen, heroisch-schwermütigen Weise etwas an Randy Edelmans Gettysburg, insbesondere auch jene Passage, die Cusson/Grégoire während den Schlachtszenen desöfteren verwenden. Die Musik hat durchaus ihre Momente, insbesondere im Film darf sie einen recht soliden, roten Faden spinnen. Eine CD dazu ist seinerzeit erschienen, in der Zwischenzeit jedoch nicht mehr überall erhältlich.

Leider ist die DVD nur mit Deutscher Synchronisation ausgestattet, was allerdings bei dem Mischmasch an Schauspielern nicht ganz so schlimm ausfällt – zudem ist Napoleon hinsichtlich Synchro eine sehr löbliche Ausnahme in der heutigen Zeit.

Gerade zu so einer aufwändigen Verfilmung wäre Dokumaterial durchaus gefragt, leider aber ist die DVD nebst den 370 Minuten Film „nackt“ geblieben.
Film: - Musik im Film: 1/2    
 
 

EXPERIMENT IN TERROR
R: Blake Edwards
D: Glenn Ford, Lee Remick, Stefanie Powers u.a.
Musik: Henry Mancini
Vertrieb: Sony/Impuls

Ein Blake Edwards abseits von Klamauk und Romantik: Experiment in Terror, zu Deutsch Der letzte Zug (wobei hier nicht eine Bahn sondern „einen Zug machen“ gemeint ist), beginnt furios mit dem diabolischen Plan eine unbescholtene Bankangestellte zum Diebstahl zu zwingen, in dem man das Leben ihrer kleinen Schwester bedroht und jeden ihrer Schritte überwacht. Die ersten 30 Minuten sind denn auch beklemmend und hätte Edwards bzw. die Drehbuchautoren sich auf die Geschichte um den Lee Remick Charakter und deren fast auswegslose Lage konzentriert und den eingeschlagenen Weg beigehalten, der Film wäre ein wahrhaftiges Spannungsgeflecht geworden? Doch sobald der Streifen auf die nicht sonderlich spannend gemachten, manchmal fast als unfehlbar erscheinenden FBI-Ermittlungen und die leider allzu früh gelüftete Identität des Täters umschwenkt, geht der gute Aufbau in die Binsen.


Einen Hauch moody Jazz legt Henry Mancini über die Aufnahmen des nächtlichen San Francisco. Diese hier gelegte Stimmung klart nur ab und zu auf. Mancinis Score bleibt sparsam, von der Menge der Musik wie von der eher zurückhaltenden Orchestration her. Eine LP/CD mit knapp 31 Minuten ist bei RCA erschienen.

Kein Bonusmaterial!

 

Film: - Musik im Film: 1/2
 
 
CHE: Part 1 - REVOLUCION
CHE: Part 2 - GUERILLA
R: Steven Soderbergh
D: Benicio Del Toro, Vladimir Cruz, Julia Ormond, Demian Bichir u.a.
Musik: Alberto Iglesias

Zumindestens von der Länge her ähnlich monumental ausgefallen wie weiter oben die Geschichte um la grande armée ist Steven Soderberghs Zweiteiler über Che Guevara. Im ersten Teil beschreibt Soderberghs Film mit einer kurzen Einführung den militant-revolutionären Weg Ches, zusammen mit Fidel Castro das Regime in Kuba zu stürzen, während Che: Part 2 - Guerilla seinen aussichstlosen Kampf porträtiert, in Lateinamerika Fuss zu fassen und die bolivianische Militärregierung vom Thron zu stossen. Dass Ches Kampf um Freiheit und Gleichheit nur mit Gewalt zu fechten war, ist ebenso bekannt wie seine klar kommunistisch-sozialistische Haltung, demnach dürften konservative Kreise wenig Gefallen an Soderberghs Filmen haben, wenn er auch eigentlich nicht Partei ergreift sondern ein Porträt zeichnet, das auf den Aufzeichnungen Guevaras beruht. So entsteht ein interessantes Porträt eines Menschen, der für seine Überzeugung, vor allem aber für die Gefahr, die von ihm und seiner Aura ausgeht, schliesslich stirbt.

Wohl bekannter und durch die äusseren Umstände ein Stück spannender ist Che: Part 1 – Revolucion ausgefallen. Bewegender und das spätere Gedankengut Che Guevaras zeigend dagegen Teil 2. Wenn man auch nicht unbedingt beide Filme gesehen haben muss, so ergänzen sie sich in Folge angeschaut doch bestens und zeigen Gegensätze und Entwicklungen auf, die man, sieht man nur einen Teil, so nicht aufgreifen könnte. Der eigenständigere Teil ist aber zweifellos der erste.

Benicio Del Toros Leistung ist absolut phänomenal, ganz ohne Zweifel trägt er mit seinem stillen, zurückhaltenden Spiel die Filme und prägt sich mit der feinfühligen Charaktergebung des Intellektuellen an der Seite Castros ein. Absolut bemerkenswert! Ihm zur Seite stehen, nicht zu letzt weil die Filme im Original in Spanisch gesprochen werden, eine ganze Menge an Darstellern hispanischer Herkunft, in kleineren Rollen sind auch Stars wie Julia Ormond und Matt Damon (aufgepasst!) zu sehen.

Alberto Iglesias’ Musik war mir im letzten Jahr eine der liebsten in Sachen Neuerscheinungen. Ihre zurückhaltende, manchmal kantige Art gepaart mit einem Hauch vernebelten Nostalgiegefühls kommt auf der Varèse CD fein rüber. Im Film bleibt Iglesias Musik meist im Hintergrund, in Che 2 ist sie noch sparsamer eingesetzt als in Teil 1.

 
Che 1:
Che 2: 1/2 - Musik im Film: 1/2
phb, 24.2.10
 




 
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