| Masada erzählt die Geschichte einer Gruppe jüdischer Freiheitskämpfer, die sich nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts gegen die römische Besatzungsmacht stellen. Sie flüchten vor der drückenden Überlegenheit in die Festung Masada, die in der judäischen Wüste am Toten Meer stratetegisch günstig und kaum einnehmbar auf einem Hochplateau liegt. Angeführt von Flavius Silva richten sich die Römer auf eine lange und schwierige Belagerungszeit ein, der unmenschlichen Hitze, Sandstürmen und anderen Wirigkeiten ausgesetzt. Während die Moral bei den Römern sinkt, richten sich die Zeloten in ihrer Festung häuslich ein. Unter unmenschlichen Bedingungen lässt Silva eine aus Geröll bestehende Rampe errichten, die bis zu Masada hinaufreicht um den gewaltigen Belagerungsturm mit seinem Rambock an die Mauern der Festung zu führen. Heute ist die Ruine von Masada ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und ein Ort an dem Soldaten der israelischen Armee ihren Eid ablegen. Die gewaltige, von den Römern errichtete Rampe ist heute noch zu sehen. Eindrückliche Bilder sind hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Masada In unseren Breitengraden kam die 4-teilige Mini Series in Filmform in die Kinos (wahrscheinlich basierend auf dem zusammengeschnittenen Videorelease) und lief vor langer Zeit als Mehrteiler im TV, wobei ich mich über dessen Form nicht mehr sicher bin, meine aber, dass sie ebenfalls als Vierteiler ausgestrahlt wurde. Wer Masada nur in der verhunzten Kurzversion kennt, sollte sich diese DVD-Version durchaus ansehen, ein ganz anderes Filmerlebnis. Als Regisseur fungierte der TV-Veteran Boris Sagal, der nur ein Jahr später, 1982, bei einem tragischen Unfall während Dreharbeiten ums Leben kam. Die Produktion verschlang mehr als 20 Millionen Dollar, ein horrendes Budget für das Fernsehen, und wurde teilweise vor Ort gedreht. In den Hauptrollen sind Peter O’Toole und Peter Strauss zu sehen, wobei O’Toole neben der Festung die eigentliche „Hauptattraktion“ darstellt. Seine Darstellung als Flavius Silva ist beeindruckend, ein regelrechter scene stealer wie man so schön sagt, mit einer enormen Präsenz und einer scheinbaren Lust am Spiel. Ihm zur Seite stehen, wie so oft wenn in Hollywood Römer besetzt werden, Englische Darsteller: Der wunderbare Anthony Quayle als Belagerungskommandant, David Warner in der Rolle des zwielichtigen Senators Falco sowie als Kaiser Vespasian Timothy West. Peter Strauss gibt den charismatischen Anführer der Juden in einer seiner besten Rolle (ebenfalls empfohlen sei der Läuferfilm The Jericho Mile) während Barbara Carrera O’Tooles ägyptische Muse Sheva spielt. Basierend auf dem Roman „The Antagonists“ von Ernest K. Gann ist Masada ein beeindruckendes Werk, das von tollen Bildern und den erwähnt starken Schauspielerleistungen profitiert. Ein wirkliches Fest nicht nur für Freunde des Sandalenfilms, sondern auch eine interessante historische Erzählung, die fürs Fernsehen natürlich hie und da zurechtgebogen wurde, sich von modernen Rom-Versionen (wie eben Rom) aber dahingehend unterscheidet, dass man sich auf klare Handlungsstränge und eine übersichtliche Charaktergebung konzentriert sowie auf Effekthascherei verzichtet - virtuos choreografiertes Schlachtengetümmel und Blutspritzereien vermisst man hier nicht.
Festungsmusik Und natürlich hat Masada einen weiteren Trumpf im Ärmel: Jerry Goldsmith. Der schrieb zwar „nur“ für die ersten zwei (auf der DVD die ersten vier) Teile den Score, seine Themenarbeit bleibt aber auch in den abschliessenden vier Folgen präsent, in denen sie von Morton Stevens verwendet werden. Seine beiden einprägsamen Hauptthemen, eine Suite davon stand jahrelang bei Goldsmith im Konzertprogramm (ich konnte es einmal live geniessen), ist Haupt- und Angelpunkt eines breit angelegten Scores, der den jüdisch-römischen Konflikt in melodischer Art anpackt. Seine Komposition ist, die jüdische Seite betreffend, leidenschaftlich und bewegend und nobel-martialisch (oder dekadent-militärisch?) für die römische Seite (auf CD Main Title und The Road to Masada). Goldsmith lässt die ganze Tragik der Geschichte in seiner Musik erklingen ohne dem ethnischen Klischee, wie es sich freilich anerboten hätte, zu verfallen (man höre als Negativbeispiel den aktuelleren Rom oder eine Vielzahl anderer Musiken zu historischen Filmen dieser Zeit). Die Episoden, die Morton Stevens vertonte basieren wie erwähnt ebenfalls auf Goldsmiths Themen, haben aber auch einen grösseren ethnischen Anteil. Witzigerweise war Stevens für Teil 4 zeitglich wie Goldsmith für den Emmy nominiert, doch Jerry Goldsmith gewann schliesslich den Preis für Teil 2 (auf DVD Teile 3 und 4). Der Score wurde auf LP und später auf einer identischen, leider nicht sonderlich gut klingenden CD mit einer Lauflänge von 37 Minuten veröffentlicht (Varèse), desweiteren gibt es ein Bootleg mit Musik von Goldsmith und Stevens. Eine schöne, gut klingende Veröffentlichung mit der gesamten Musik von einem der üblichen Verdächtigen (Labels) wäre sehr willkommen und längst überfällig - wer den Score zu The Wind and the Lion mag, der wird auch von Masada begeistert sein. 2-DVD-Set Diese DVD-Fassung präsentiert die ganze, ungeschnittene Fernsehversion von 1981, hier aufgeteilt in acht Teile, wobei mir unbekannt ist, ob sie jemals als 8-Teiler zu sehen war, denn alle Quellen weisen auf einen 4-Teiler mit Episodenlänge von 90 Minuten hin. Ausgestattet ist das Set mit 2 DVDs ohne Extras aber immerhin einem ganz netten Booklet. Die Bildqualität ist leider nur mässig und gibt die Farbenpracht des Ursprungsmaterials nur ungenügend wieder, zwischen zwischen mässig und durchschnittlich schwankend. Die Tonspur wird auf dem Rückcover als DD 1.0 angegeben, während der Player die Spuren auf DD 2.0 aufsplittet, allerdings als Monoton über 2 Boxen und nicht im Stereobild. |