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Start DVDs 2017: DVD/bluray komprimiert 32
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DVD Rezensionen

Phils DVD/bluray komprimiert 32/2017


Max Perkins ist Lektor für so grosse Namen wie Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald. Doch mit seinem neuen Klienten, Thomas Wolfe, dessen 1000 Seiten Manuskript ihn begeisterte, ficht er einen harten Kampf um jede Seite, jeden Satz. Was lange währt, wird schliesslich gut – und die beiden wird eine enge Freundschaft verbinden.
Genius ist ein blendender, recht intimer Film mit hervorragend aufgelegten Colin Firth und Jude Law in den Hauptrollen. Der Film ist Arthousekino aus Hollywood wie man es eher selten zu sehen bekommt. Während Kameramann Ben Davis Genius in grünlich-graue Töne tunkt und zurückhaltende Bilder sprechen lässt, versteht es Regisseur Michael Grandage in seinem Kino-Erstlingswerk ebenfalls Diskretion an den Tag zu legen und die Energie seinen Darstellern zu überlassen. Tolles Kino, das leider bei den Oscars auf keinerlei „Interesse“ stiess. Adam Corks stille, einfach gehaltene Musik ist bei Milan auf CD erschienen.
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Erscheinungsdatum: 4.1.2017




By Way of Helena schickt einen Gesetzeshüter in eine von einem religiösen Fanatiker straff regierte Gemeinde. Er ist der Tyrann, der über Leben und Tod entscheidet, seine Schäflein sind ihm hörig bis aufs Blut. Es gab zuletzt immer mal wieder Versuche ins Westerngenre einzutauchen, By Way of Helena (der zunächst den Titel The Duel trug) ist leider ein sehr komplett misslungener. Die Story ist langweilig, 08/15 und hanebüchen entwickelt, die Charaktere erwecken keinerlei Interesse und so manch versuchter Twist gerät völlig daneben. Nach 20 Minuten hat man genug gesehen und muss wahrhaft Sitzfleisch und einen Morzhaufen Geduld mitbringen um die restliche Zeit irgendwie rumzubringen. Liam Hemsworth ist öde, Woody Harrelson übertreibt es masslos (worst bad guy in 2016 Award) und die Geschichte, die Kieran Darcy-Smith (Episoden zu Jack Irish) hier erzählt, lässt mehr als nur einen Augenverdreher zu.

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Erscheinungsdatum: 7.12.2016



Gut gemeint ist Race (englisch für Rennen wie auch Rasse) von Regieveteran Stephen Hopkins (The Ghost and the Darkness). Jesse Owens trainiert für die Olympischen Spiele in Berlin, die für die Nationalsozialisten ein Abbild ihrer so friedlichen Welt darstellen und gleichzeitig die Herrenrasse von ihrer besten Seite zeigen soll. Dafür wird die Hauptstadt herausgeputzt, Schmierereien übermalt und wenig scheint auf die Qual hinzuweisen unter der Menschengruppen seit Hitlers Machtübernahme zu leiden haben. Insbesondere wenn man die Augen fest zudrückt (was dem olympischen Komitee mit wenig Anstrengung, Sport ist Sport...) . Doch Jesse Owens will nicht an Spielen teilnehmen, die für rassistische Propaganda genutzt werden. Erst sein persönlicher Trainer kann ihn zur Zusage überreden, was schliesslich, längst ist es Legende, zu einem grossartigen Triumph des Sportlers führt.
Race ist ein manchmal arg geschöntes, manchmal arg versuchtes und einfach gestricktes Porträt einer Zeit, in der fast die ganze Welt die Augen verschloss vor dem was damals in Nazideutschland damals passierte (Parallelen zu heute sind nicht von der Hand zu weisen). Auch gelingt es Hopkins nicht sich festzulegen, ob er hier eine Sportlegende zeigen soll, auf Sportpolitik machen und dazu den Mahnfinger heben. Von allem ein bisschen, von nichts genug. Übrig bleibt ein Film, der schnell wieder in Vergessenheit geraten dürfte. Gut gemeint und doch daneben. Auch Rachel Portmans Musik (Backlot) haut in diese Kerbe. Ganz okay, aber nicht wirklich genügend gut. Da hat sie einst mit Legend of Bagger Vance überzeugender Sportler musikalisch unterstützt.

Erscheinungsdatum: 5.1.2017



Rowan Atkinson als Maigret? Kann das gut gehen? Ja, es kann. Atkinson ist nicht nur Mr. Bean, auch wenn diese Figur für immer mit ihm in Verbindung gebracht werden wird (durchaus verdient, aber sicher nicht immer einfach für den Mimen), wie in den beiden Filmen, die in diesem Set zu sehen sind (Maigret Sets a Trap und Maigret's The Dead Man), zu sehen ist. Atkinson gibt den französischen Kultkommissar als wortkargen, nachdenklichen und kühlen Franzosen, stets mit seinem Markenzeichen, der Tabakpfeife im Mund, jedoch nicht auf ein ikonisches Filmprop (wie in den Holmes Filmen mit Robert Downey jr.) reduziert.
Beide rund 90 minütigen Filme sind beste TV-Unterhaltung, inszeniert von geübten englischen Regisseur- und innen, die unter anderem auch in Episoden von Downton Abbey Regie führten. Sich ins Paris der 50er Jahre zurückversetzen lassen und zwei gute Krimis anschauen, das ist mit Maigret wirklich garantiert. Mir ist bis anhin unbekannt ob die Serie fortgesetzt wird, zu wünschen wäre es auf jeden Fall.

Erscheinungsdatum: 4.1.2017



Die Comicswelle rollt und rollt. Unaufhörlich so scheint es kommt locker vierteljährlich eine Verfilmung eines Bildbands in die Kinos – und so manche stehen noch an (ein neuer Spiderman, Gerüchte um einen Ausstieg von Ben Affleck bei The Batman, Wolverine alsbald und mit weiteren Marvel Helden werden wir bestimmt auch bald wieder beglückt). Im Sinne von Deadpool schickt man mit Suicide Squad eine ganze Truppe Antihelden auf die Strasse um dem Bösen – oder noch Böserem – entgegenzutreten. Von Jokers Freundin Harley Quinn über Killer Croc und Katana, fast alles was von Batman (mit einem Kurzauftritt) ins Arkham Asylum gesperrt wurde, wurde hier rekrutiert. Und so kommt es wie es kommen muss: Werden die Charaktere eingeführt, unterhält der Film. Bald aber hat man die Sprüche und Taten der bad guys, angeführt von Will Smith als Deadshot (der einiges an Screenzeit verzerrt) satt. Ganz abgesehen davon, dass Enchantress, gegen die die Suicide Squad antreten muss, mit ihrer Übermacht kräftig am Geduldsfaden zieht. Ein „das haben wir alles schon gesehen, aber viel besser“-Gefühl nimmt schnell Überhand. Und Jared Leto als Joker ist leider auf verlorenem Posten, die Latte ist mit Heath Ledgers genialer Darstellung in Nolans zweitem Batman unerreichbar hoch gelegt.
Die bluray präsentiert nebst der Kinofassung in 3D auch einen 12 Minuten längeren extended Cut. Steve Price seinerseits hatte Glück; sein Score erhielt bei Sony eine 72 Minuten Veröffentlichung nebst der nur mit Songs bestückten Watertower/Atlantic CD.
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Erscheinungsdatum: 19.12.2016



Ben lebt zurückgezogen mit seinen Kindern tief in den Wäldern und Bergen im Norden Amerikas. Dort lehrt er ihnen nicht nur zu überleben sondern bringt den Kids auch philosophische Ansichten bei, wie sie sie in den amerikanischen Schulen wohl nie erlernen würden. Als seine Frau, die nicht mehr bei der Familie leben konnte, stirbt, macht er sich mit Anhang auf um ihren letzten Willen zu erfüllen – ganz zum Unbehagen der restlichen Verwandtschaft.
Nett, kauzig, manchmal fast moralisierend, aber nie unsympathisch. Matt Ross, häufig als Schauspieler im Kino aber in letzter Zeit vermehrt im TV tätig, hat mit Captain Fantastic eine gutmütige Komödie auf die Beine gestellt, die keinem weh tun wird. Er vermeidet es dankenswerterweise in Slapstick und blödem Humor abzurutschen. Der gern gesehene Viggo Mortensen in der Hauptrolle und die Kids machen ihre Sache gut, in Nebenrollen sind Frank Langella (ja, der aus Masters of the Universe) und Steve Zahn zu sehen. Highlight des Films ist der Besuch der Familie bei der Schwester der Verstorbenen.

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Erscheinungsdatum: 15.12.2016



Von einem der ganz grossen Stars des Jazz, Miles Davis, erzählt Don Cheadles Miles Ahead, der nicht nur inszeniert hat sondern auch die Rolle des Musikers übernahm. Während die fiktive Figur des von Ewan McGregors verkörperten Journalisten in den 80ern ein Interview mit dem Trompeter ergattern will (Davis hat sich in seine Wohnung zurückgezogen und dröppelt vor sich hin), sehen wir in Rückblicken seine frühen, erfolgreichen Tagen als traditionellerer Jazzer. Davis seinerseits geht es nur darum an genügen Koks zu kommen um seinen nicht gerade milden Bedarf zu decken. Musikerfilme können inspiriert und originell (Oliver Stones The Doors) oder schlicht zäh und langweilig (Man in the Mirror) ausfallen. Miles Ahead fällt irgendwo dazwischen, der grosse Wurf ist Cheadles Erstling nicht geworden, weder kann er die faszinierende Persönlichkeit von Davis rüberbringen, noch vermag er dessen Musik zu porträtieren. Wenn man sich schliesslich mehr mit den Haaren der Darsteller - Cheadles Perücke sieht ziemlich billig aus - als dem Film selber auseinandersetzt, ist etwas falsch gelaufen.
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Erscheinungsdatum: 5.12.2016


 

 
phb
, 19.2.2017

 


 
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